
Diese Bezeichnung ist nicht von mir, sondern von Thomas Mann, der Adalbert Stifter als einen der größten Literatur-Genies nannte. Völlig aus der Mode gekommen, bin ich zu Adalbert Stifter durch Thomas Bernhards „Alte Meister“, in dem der Protagonist, der Musikkritiker Reger, vernichtende Worte über Stifter liefert, vor allem wegen seiner Biederkeit und seinem Dazugehören zur vermeintlichen Staatskunst. Das Urteil der fiktiven Figur des Regers hat seine Begründung, denn Adalbert Stifter’s Prosa ist langsam, ist langatmig, ist alles andere als aufregend. Dennoch wissen wir, dass selbst Thomas Bernhard Stifter schätzte – neben anderen Literaturgrössen wie Karl Kraus, Peter Handke und Ilse Aichinger. Aber vielleicht eben wegen der Detailverliebtheit, der absichtlichen Langsamkeit der Erzählung, der subtilen Thematik, sollte dieser fast vergessene Schriftsteller wieder entdeckt werden. Seine Erzählung „Bergkristall“ ist jedenfalls ein Wunder an Sprachgenauigkeit und an langsame, dennoch grossartige, Spannung.

The Enigma Adalbert Stifter
This appellation is not mine but belongs to Thomas Mann, who referred to Adalbert Stifter as one of the greatest literary geniuses. Entirely out of fashion, I discovered Adalbert Stifter through Thomas Bernhard’s “Old Masters,” in which the protagonist, music critic Reger, expresses devastating opinions about Stifter, primarily due to his respectability and supposed ties to statecraft. Reger’s judgment is justified, as Adalbert Stifter’s prose is slow, long-winded, and anything but exciting. Nevertheless, we know that even Thomas Bernhard appreciated Stifter, alongside other literary luminaries like Karl Kraus, Peter Handke, and Ilse Aichinger. It is precisely because of the attention to detail, the intentional slowness of the narrative, and the subtlety of the subject matter that this nearly forgotten writer deserves to be rediscovered. His story “Rock Crystal” is, in any case, a miracle of linguistic precision and slow-building tension.