Es klingt merkwürdig, dass eine sehr liberale und politisch engagierte Autorin wie Eva Menasse über einen eben aus politischen Gründen umstrittenen Schriftsteller wie Heimito von Doderer ein Porträt voller Bewunderung und sogar Liebe schreibt. Das ist offensichtlich eben der Liebe für einen der persönlichsten, originellsten und grossartigsten Literatur-Künstlern des Nachkriegs geschuldet, und dem Unverständnis über die Tatsache, dass dieser grossartige Schriftsteller heute so gut wie vergessen ist. Hinterlässt die kalt-objektive Doderer-Biographie von Wolfgang Fleischer einen bitteren Geschmack, die offensichtliche Bewunderung von Eva Menasse balanciert das aus, aus der Sicht, und dem Respekt, einer Schriftsteller-Kollegin.

It sounds strange that a very liberal and politically committed author like Eva Menasse would write a portrait full of admiration and even love of a writer like Heimito von Doderer, who is controversial for political reasons. This is obviously due to her love for one of the greatest, most personal and original literary artists of the post-war period, who, due to a lack of understanding, is as good as forgotten today. Wolfgang Fleischer’s cold, objective biography of Doderer leaves a bitter taste, but Eva Menasse’s evident admiration balances this out from the perspective and admiration of a fellow writer.