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Jan 14, 2007
Wilhelm Sinkovics in der “Presse”: Häufig gespielt, das eine Werk, Tschaikowskys “Pathetique”, eine Rarität das andere: Franz Schmidts Vierte, ein Requiem auf die früh verstorbene Tochter des österreichischen Spätromantikers (1874-1939), der in diesem Werk noch einmal die symphonische Großform in der Bruckner-Nachfolge beschwört. Er tut es mit unglaublichem architektonischen Geschick, indem er, dem Vorbild von Liszts h-Moll-Sonate folgend, die vier Sätze der klassischen Symphonie in einen großen Bogen zwingt. In dessen Verlauf wird – wie bei Tschaikowsky – ein Menschenleben hörbar, die Freuden und Leidenschaften, die Verzweiflung – ein grandioser Trauermarsch steht inmitten, aber auch die Hoffnung. Ein einsames Trompetensolo, aus dem alles wird, in das alle Stürme wieder münden, symbolisiert, so Schmidt, “die letzte Musik, die man ins Jenseits mitnimmt”.
Fabio Luisis Verdienst ist es, diese letzte Aufwallung der musikalischen Romantik in all ihrer Schönheit zu präsentieren, ohne dem leisesten Versuch zur Verkitschung zu erliegen. Bei Tschaikowsky wie bei Schmidt holt er aus den herrlich disponierten, in allen Soli glänzenden Symphonikern alle Dramatik aus den Noten, alle Energie, die sich in beiden Fällen so beeindruckend bündelt. So bleibt die Erzählstruktur der Musik stets spannend nachvollziehbar; und es braucht dazu keine Geschwindmärsche, aber auch keine falschen Sentimentalitätsdrücker.
Dergleichen ist bei Tschaikowsky wohltuend, bei Schmidt essenziell: Es handelt sich da um große Musik. Ein Lorbeerkranz für den Maestro, dass er dieses in der laufenden Saison gleich dreimal beweist, mit dem “Buch mit sieben Siegeln”, während der Festwochen mit der grandiosen, seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr gespielten Zweiten. Und in österreichischen Landeshauptstädten mit diesem am Dienstag im Wiener Musikverein präsentierten, bewegenden Konzert. Graz: 15., 16., Salzburg: 17., 18., Bregenz: 19., Linz: 23. 1. sin
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